Was macht eine gute Deckfarbe aus?
Die Auswahl der richtigen Deckfarbe ist entscheidend für das Endergebnis. Im Gegensatz zu Wandfarben müssen Deckenfarben spezielle Eigenschaften mitbringen, da sie unter erschwerten Bedingungen verarbeitet werden und besonderen Beanspruchungen ausgesetzt sind.
Unterschiede zwischen Deckfarbe und Wandfarbe
Viele Heimwerker fragen sich: Kann ich nicht einfach meine Wandfarbe auch für die Decke verwenden? Grundsätzlich ist das möglich, jedoch sind spezialisierte Deckenfarben in mehreren Punkten überlegen:
| Eigenschaft | Deckfarbe | Standard-Wandfarbe |
|---|---|---|
| Viskosität | Höher (dickflüssiger) | Niedriger (dünnflüssiger) |
| Deckkraft | Sehr hoch (Klasse 1-2) | Variabel (Klasse 2-4) |
| Tropfverhalten | Stark reduziert | Standard |
| Streichbarkeit | Optimal für Überkopfarbeiten | Für vertikale Flächen optimiert |
| Trocknungszeit | Oft schneller | Standard |
| Ansatzbildung | Minimal | Höher |
💡 Experten-Tipp: Warum spezielle Deckfarbe?
Die höhere Viskosität von Deckfarben verhindert das Tropfen und ermöglicht gleichmäßigeres Auftragen bei Überkopfarbeiten. Zudem sorgt die spezielle Formulierung für längere offene Verarbeitungszeiten, was streifenfreie Übergänge (“Nass-in-Nass-Technik”) erleichtert.
Die wichtigsten Qualitätsmerkmale bei Deckfarbe
Deckkraft: Das A und O für perfekte Ergebnisse
Die Deckkraft wird nach DIN EN 13300 in vier Klassen eingeteilt. Für Deckenfarben sollten Sie mindestens Klasse 2, besser noch Klasse 1 wählen:
- Klasse 1 (99,5% Deckvermögen): Premium-Qualität, oft reicht ein Anstrich
- Klasse 2 (98% Deckvermögen): Sehr gute Qualität, meist zweimal streichen
- Klasse 3 (95% Deckvermögen): Befriedigend, mehrere Anstriche nötig
- Klasse 4 (unter 95%): Niedrige Deckkraft, nicht empfehlenswert
Nassabrieb und Strapazierfähigkeit
Auch wenn Decken weniger mechanischer Belastung ausgesetzt sind als Wände, spielt die Nassabriebbeständigkeit eine Rolle – besonders in Küchen und Bädern, wo Dampf und Feuchtigkeit aufsteigen. Nach DIN EN 13300 werden fünf Klassen unterschieden, wobei Klasse 1 und 2 für höhere Ansprüche geeignet sind.
Weißgrad und Farbtonbeständigkeit
Ein brillantes Weiß lässt Räume heller und großzügiger wirken. Achten Sie auf einen hohen Weißgrad und UV-Beständigkeit, damit die Decke nicht vergilbt. Laut Stiftung Warentest zeigen Qualitätsprodukte auch nach Jahren keine Vergilbungserscheinungen.
✅ Qualitätsmerkmale auf einen Blick
- Deckkraft Klasse 1 oder 2
- Nassabriebbeständigkeit Klasse 2 oder besser
- Hoher Weißgrad (Reflexionswert über 90%)
- Geringe VOC-Emissionen (wohngesund)
- Tropfgehemmt und spritzarm
- Gute Verarbeitbarkeit (lange offene Zeit)
Verschiedene Arten von Deckfarbe im Vergleich
Dispersionsfarben für Decken
Standard-Dispersionsfarben wie Caparol Indeko Plus oder einzA Edelweiß sind die am häufigsten verwendeten Deckenfarben. Sie bieten ein ausgezeichnetes Preis-Leistungs-Verhältnis, lassen sich gut verarbeiten und sind in verschiedenen Qualitätsstufen erhältlich.
Vorteile von Dispersions-Deckfarbe:
- Universell einsetzbar auf den meisten Untergründen
- Gutes Deckvermögen bei moderatem Preis
- Einfach zu verarbeiten, auch für Heimwerker
- Schnelle Trocknung und geruchsarm
- Große Produktauswahl in allen Preisklassen
Silikatfarben für mineralische Decken
Mineralische Farben wie Keim Innostar sind besonders für Altbauten mit mineralischen Untergründen geeignet. Sie verbinden sich dauerhaft mit dem Untergrund durch Verkieselung und sind extrem langlebig.
Besonderheiten von Silikat-Deckfarbe:
- Extrem atmungsaktiv und diffusionsoffen
- Natürlich schimmelhemmend durch hohen pH-Wert
- Sehr lange Haltbarkeit (15-20 Jahre)
- Ideal für Allergiker und wohngesundes Bauen
- Erfordert mineralischen Untergrund
Kalkfarben für historische Gebäude
Traditionelle Kalkfarben wie Histolith Innenkalk werden seit Jahrhunderten verwendet und erleben aktuell eine Renaissance. Sie sind besonders für denkmalgeschützte Gebäude und Allergiker interessant.
Spezielle Deckfarben für Feuchträume
In Badezimmern und Küchen empfehlen sich spezielle feuchtraumgeeignete Farben mit fungiziden Eigenschaften. Produkte wie Fakolith FK 10 verhindern aktiv Schimmelbildung, während Profungit Schimmelschutzfarbe bereits befallene Decken saniert.
⚠️ Achtung bei der Produktwahl
Billigprodukte aus dem Baumarkt enthalten oft zu wenig Bindemittel und Pigmente. Das Ergebnis: mangelnde Deckkraft, streifige Oberflächen und häufigere Renovierungsintervalle. Investieren Sie in Qualität – das spart langfristig Zeit, Geld und Nerven.
Deckfarbe richtig verarbeiten: Schritt-für-Schritt-Anleitung
1. Untergrundvorbereitung ist entscheidend
Eine perfekte Decke beginnt mit der richtigen Vorbereitung. Der Untergrund muss sauber, trocken, fest und tragfähig sein. Laut Umweltbundesamt sollten alte Anstriche auf Tragfähigkeit geprüft werden.
Vorbereitungs-Checkliste:
- Alte Farbreste und Spinnweben entfernen
- Risse und Löcher mit Spachtelmasse schließen
- Sandende oder kreidende Flächen grundieren
- Nikotin- oder Wasserflecken mit Isoliergrund versiegeln
- Bei Schimmelbefall: Erst sanieren, dann streichen
- Angrenzende Flächen sorgfältig abkleben
2. Werkzeugwahl: Rolle oder Pinsel?
Für großflächige Decken ist eine hochwertige Malerrolle mit 18-25 cm Breite und 10-12 mm Flordicke optimal. Für Ecken und Kanten benötigen Sie zusätzlich einen Flachpinsel oder Heizkörperpinsel.
Professionelles Werkzeug macht den Unterschied:
- Lammfellrolle: Hohe Farbaufnahme, gleichmäßiger Auftrag
- Mikrofaserrolle: Besonders spritzarm, feine Struktur
- Teleskopstange: Ermöglicht komfortables Arbeiten vom Boden aus
- Abstreifgitter: Verhindert Überladung der Rolle
3. Die richtige Streichrichtung für streifenfreie Ergebnisse
Beginnen Sie immer vom Fenster weg, um Lichtreflexionen optimal zu nutzen. Arbeiten Sie systematisch in Bahnen und überlappen Sie diese leicht im “Nass-in-Nass”-Verfahren.
Profi-Technik: Kreuzweise streichen
- Erste Bahn: Farbe in Längsrichtung auftragen
- Zweite Bahn: Quer zur ersten Richtung verteilen
- Dritte Bahn: Nochmals längs “abziehen” ohne Farbaufnahme
- Übergänge: Sofort nass in nass weiterarbeiten
4. Zweiter Anstrich: Wann und wie?
Selbst bei hochwertiger Deckfarbe der Klasse 1 ist oft ein zweiter Anstrich nötig – besonders bei dunklen Untergründen oder starkem Farbtonwechsel. Warten Sie die vom Hersteller angegebene Trocknungszeit ab (meist 4-6 Stunden) und prüfen Sie das Ergebnis bei Tageslicht.
Caparol Indeko Plus
Premium-Dispersionsfarbe mit hervorragender Deckkraft (Klasse 1). Tropfgehemmt und ideal für Decken.
Vorteile: Sehr ergiebig, hochdeckend, leicht zu verarbeiten
einzA Edelweiß
Hochwertige Innenfarbe mit ausgezeichnetem Preis-Leistungs-Verhältnis. Besonders geeignet für Decken.
Vorteile: Brillanter Weißton, gute Deckkraft, wirtschaftlich
Keim Innostar
Mineralische Innenfarbe auf Silikatbasis. Besonders für Allergiker und Altbauten geeignet.
Vorteile: Wohngesund, diffusionsoffen, natürlich schimmelhemmend
Fakolith FK 10
Spezial-Deckfarbe für Feuchträume mit aktivem Schimmelschutz. Ideal für Bad- und Küchendecken.
Vorteile: Fungizid, feuchtigkeitsregulierend, langanhaltender Schutz
Häufige Fehler beim Streichen von Decken vermeiden
Streifen und Ansätze: Die häufigsten Ursachen
Streifenbildung entsteht meist durch zu langes Arbeiten oder falsche Technik. Sobald die Farbe antrocknet, entstehen sichtbare Übergänge. Arbeiten Sie daher zügig und in einem Zug durch.
Weitere typische Fehler:
- Zu stark verdünnen: Reduziert Deckkraft erheblich
- Minderwertiges Werkzeug: Billige Rollen verlieren Fasern und hinterlassen ungleichmäßige Strukturen
- Unzureichende Vorbereitung: Schmutz und alte Farbreste schimmern durch
- Falsche Raumtemperatur: Unter 10°C oder über 25°C vermeiden
- Zu dicker Auftrag: Führt zu Nasenbildung und langer Trocknungszeit
Tropfenbildung verhindern
Selbst bei tropfgehemmter Deckfarbe kann es zum Tropfen kommen, wenn die Rolle überladen ist. Streichen Sie überschüssige Farbe am Abstreifgitter ab und tragen Sie lieber mehrere dünne Schichten auf als eine dicke.
Wohngesunde Deckfarbe: Auf Inhaltsstoffe achten
VOC-Emissionen und Raumluftqualität
Flüchtige organische Verbindungen (VOC) können Kopfschmerzen, Reizungen und Allergien auslösen. Hochwertige Produkte wie einzA mineralit Bio oder Caparol Sylitol Bio sind emissionsminimiert und tragen Umweltsiegel.
Für Allergiker geeignete Deckfarben
Menschen mit Allergien sollten auf konservierer- und lösemittelfreie Produkte achten. Mineralfarben auf Silikat- oder Kalkbasis sind besonders verträglich. Mehr Informationen bietet der Deutsche Allergie- und Asthmabund.
🌿 Unsere Empfehlungen für Allergiker
- Keim Innostar: Mineralisch, ohne Konservierungsstoffe
- Histolith Innenkalk: Traditionelle Kalkfarbe, natürlich alkalisch
- einzA mineralit Bio: Zertifiziert wohngesund, sehr emissionsarm
Kostenübersicht: Was kostet gute Deckfarbe?
Die Preisspanne bei Deckenfarben ist enorm – von unter 2€ bis über 15€ pro Liter. Doch was ist der Unterschied? Teure Farben enthalten hochwertigere Bindemittel und mehr Pigmente, was zu besserer Deckkraft, Ergiebigkeit und Haltbarkeit führt.
Preis-Leistungs-Kalkulation
| Qualitätsstufe | Preis/Liter | Anstriche nötig | Ergiebigkeit | Gesamtkosten/m² |
|---|---|---|---|---|
| Billigprodukt | 2-4 € | 3-4 | 4-5 m²/l | 2,40-3,20 € |
| Mittelklasse | 6-9 € | 2 | 6-7 m²/l | 2,00-2,60 € |
| Premium | 10-15 € | 1-2 | 7-9 m²/l | 1,70-2,90 € |
Fazit: Qualitätsprodukte sind pro Quadratmeter oft günstiger und sparen Zeit durch weniger Anstriche. Zudem ist das Ergebnis deutlich hochwertiger und langlebiger.
Spezialfälle: Deckfarbe für besondere Situationen
Decken im Altbau streichen
In alten Gebäuden mit Kalk- oder Leimfarbe sind Voranstriche besonders wichtig. Prüfen Sie mit der Wischprobe, ob die alte Farbe noch trägt, und grundieren Sie bei Bedarf mit einem geeigneten Tiefengrund.
Dunkle oder farbige Decken überstreichen
Bei starken Farbtonwechseln empfiehlt sich ein zwischenzeitlicher Isoliergrund oder eine speziell pigmentierte Grundierfarbe. Sonst können mehrere Anstriche nötig sein.
Schimmel an der Decke: Erst sanieren, dann streichen
Schimmel muss immer erst gründlich entfernt werden, bevor Sie Anti-Schimmel-Farbe auftragen. Produkte wie Fakolith FK 12 Reiniger und FK 14 Antipilz bereiten den Untergrund fachgerecht vor.
Strukturdecken und Raufaser
Bei tief strukturierten Oberflächen benötigen Sie Farben mit höherer Viskosität und ergiebigerer Formulierung. Arbeiten Sie mit einem Flächenstreicher statt einer Rolle, um alle Vertiefungen vollständig zu füllen.
🎨 Professionelle Beratung zu Deckfarben
Sie sind unsicher, welche Deckfarbe für Ihr Projekt die richtige ist? Unser Fachhandel-Team berät Sie kompetent zu Produktauswahl, Verbrauchsmengen und Verarbeitungstechniken.
Fazit: Die richtige Deckfarbe macht den Unterschied
Eine hochwertige Deckfarbe ist die Grundlage für perfekt gestrichene Decken ohne Streifen, Ansätze oder Flecken. Investieren Sie in Qualitätsprodukte mit hoher Deckkraft (Klasse 1-2), guter Verarbeitbarkeit und wohngesunden Inhaltsstoffen. Die richtige Technik – systematisches Arbeiten, Nass-in-Nass-Verarbeitung und professionelles Werkzeug – ist ebenso wichtig wie die Produktwahl.
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